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  • AutorenbildBarbara Beisinghoff

Cyan



Cyanotypie mit Janet Sifft


Deren Buchstrukturen, das schöne Seidenstraßenbuch kenne ich von der artbook.berlin  und von der Frauenfelder Buch- und Druckkunstmesse.


Aus Berlin hat Janet die für die Cyanotypie nötigen Chemikalien mitgebracht: AmmoniumEisen III Citrat grün und Kaliumhexacyanoferrat III (Bezug über SuboLab).


Damit die in destilliertem Wasser angesetzte Emulsion nicht in dem handgeschöpften Papier versickert, haben wir das 290 x 290 cm große Loktapapier aus Nepal im ersten Versuch mit einer Gelatinelösung und später noch mit einer 3prozentigen Acrylgrundierung verfestigt.



Nach dem Trocknen der Imprägnierung wurde das riesengroße Papier abends in der Dämmerung, nachdem die Sonne untergegangen war, mit der lichtempfindlichen Emulsion beschichtet und Stück für Stück sofort mit filigranem Abdeckmaterial belegt.



Fußabstreifer, Lochbleche, Schraubenschlüssel, Kabelbündel, Schlüssel, Gardinenringe, CDs und Kupferteile aus meinen zerschnittenen Radierplatten.



Über Nacht blieb das Riesenblatt unter seiner schweren Materiallast auf seinen Unterlegsieben auf der Wiese.



Die Vormittagssonne des nächsten Tages belichtete das Blatt. Nach dem Trocknen und Abnehmen der beschattenden Formen sahen wir, dass diese sich gut abzeichneten.



Nach dem Ausspülen der überschüssigen Emulsion entstand das schöne Cyanoblau. Es wurden sofort Tücher über das trocknende Bild gelegt. Der Name Cyan oder Zyan geht zurück auf Kupferphthalocyanin, das schönste Blaupigment.


Abends wurde das seidig schimmernde Loktapapier über das Geländer der Galerie gehängt und wartet dort auf eine Nachbehandlung.



Kleinere Papierarbeiten

wurden im dunklen Kellermittelflur mit Cyanotypie überarbeitet, teilweise mit nur partieller Beschichtung und darauf gelegten bereichernden Gedanken und Strukturen.


Zur Belichtung wurden sie der Sonne ausgesetzt, bis die gelbe Emulsion sich erst in Grün und dann in Braun verwandelt. Nach dem Ruhen, wodurch sich die Zeichnung intensiviert, wird die Emulsion gründlich ausgespült, das Blau erscheint. Die Bilder werden getrocknet, gepresst und nachbehandelt.








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